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  | 13.12.2016

Der Sternenhimmel im Dezember 2016

Wintersonnenwende:

Der Dezember bringt uns die dunkelste Zeit im Jahr, mit der Wintersonnenwende am 21. Dezember ist dann die Wende zu wieder längeren Tagen erreicht. Es ist kein Wunder, dass der „Sieg der Sonne über die Finsternis“ in vielen Religionen eine wichtige Rolle spielte. Die Menschen der Steinzeit richteten ihre Bauwerke nach den Sonnenwenden aus und bei den Römern war die Wintersonnwende das Fest der unbesiegbaren Sonne. Auch unser Weihnachtsfest ist kein Zufall: Die frühe Kirche legte den Termin für das Fest von Christi Geburt genau auf diesen Tag. Die Einführung des gregorianischen Kalenders allerdings schob Weihnachten dann einige Tage nach hinten.

Mars und Venus leuchten abends, Jupiter am Morgen

In wolkenlosen Nächten können wir am Abendhimmel die scheinbare Verfolgungsjagd der Venus auf den Mars beobachten.

Bewegung der Venus und Mars im Dez-2016 Jupiter im Dez-2016

Links: Mars und Venus am Abendhimmel im Dezember 2016; rechts: der Jupiter am Morgenhimmel im Dezember 2016

Am auffallendsten ist die Venus, die ab dem späten Nachmittag als „Abendstern“ leuchtet. Sie steht tief über dem Südwest Horizont und bekommt dort Gesellschaft vom rötlich leuchtenden Mars. Beide Planeten wandern im Laufe des Monats schräg nach oben bzw. nach Osten, der Mars wird dabei von der Venus verfolgt. Weil die Venus etwas schneller ist, kommt sie dem roten Planeten immer näher.

Am noch dunklen Morgenhimmel dominiert Jupiter. Er ist morgens nach dem Mond das hellste Licht am Himmel. Selbst in der Morgendämmerung können wir ihn noch gut erkennen. Mit einem kleinen Teleskop lassen sich auch seine vier grössten Monde beobachten. Wir finden den Jupiter am südlichen Himmel im Sternbild Jungfrau.

Wintersterne und Sternschnuppen-Regen

Am östlichen Himmel leuchten jetzt alle Wintersternbilder in voller Pracht. Die meisten von ihnen gehen spät in der Nacht auf und leuchten bis zum frühen Morgen.

Sternbilder im Dezember
Das komplette Wintersechseck im Dezember mit den 6 hellsten Sternen: Capella im Fuhrmann, die Zwillingen Kastor und Pollux, der kleine Hund Prokyon, Rigel im Orion, der rote Aldebaran als Auge des Stiers und der grossen Hund Sirius, der hellste Fixstern unseres Himmels.

Am bekanntesten ist Orion, der grosse Jäger mit seinem Gürtel aus drei hellen Sternen und dem rötlichen Schulterstern Beteigeuze. Nach der griechischen Mythologie wurde Orion von drei mächtigen Göttern gezeugt: Zeus, Poseidon und Hermes schenkten ihn dem alten Hyrieus zum Sohn, ausgebrütet in der erdbedeckten Haut eines toten Stiers. Der „Erdgeborene“ war ein gefürchteter Jäger und Krieger, von riesenhafter Gestalt und umschwärmt und geliebt von allerlei Göttinnen. Orion selbst war in die Plejaden verliebt, denen er Nacht für Nacht am Himmel hinterhereilt. Die Göttin der Jagd, Artemis, tötete Orion – aus Eifersucht.

Das Sternbild Orion
Orion der grosse Jäger

Der rechte Fuss Orions ist Rigel, der hellste Stern des Sternbilds. Er ist etwa 800 Lichtjahre von uns entfernt. Er ist ein Gigant, eine Super-Sonne, deren Leuchtkraft unsere Sonne um das 46’000-fache übertrifft. Der Stern ist im Übergang zwischen blauem Riesen und rotem Überriesen. Im Orion entstehen auch neue Sterne. Ein Stern Entstehungsgebiet wie der Orionnebel M42 besteht aus einem Nebel aus Gas und Staub, die von den jungen Sternen zum Leuchten angeregt werden.

Der Orionnebel M42
Junge Sterne, bunte Nebel: Orion ist ein Stern Entstehungsgebiet, voller Nebel aus Gas und Staub, die von den jungen Sternen zum Leuchten angeregt werden. © Andreas Zoll

Schräg über dem Orion steht der Stier mit seinem auffallend roten Augenstern Aldebaran und dem V-förmigen Kopf. Der Kopf wird vom offenen Sternenhaufen der Hyaden gebildet. Über dem Rücken des Stiers leuchtet ein weiterer Sternhaufen – die Plejaden, oder das Siebengestirn.

Orion und Stier Orion & Stier mit den Plejaden

Ausschnitt aus dem Nachthimmel im Dezember: die Sternbilder Orion und Stier (rechts mit den eingekreisten Plejaden). Weltraumteleskop Hubble, © NASA/STScI

Und Mitte Dezember regnet es Sternschnuppen. Sternschuppen oder Meteoride sind Staubkörner, die mit grosser Geschwindigkeit in die Atmosphäre der Erde einfallen. Sie ionisieren dabei die Luftmoleküle, was helle Leuchtspuren hervorruft.  Der Meteoridenschauer der Geminiden hat am 13. Dezember seinen Höhepunkt. Seinen Namen bekam er, weil die Sternschnuppen aus dem Sternbild Zwilling (Gemini) zu kommen scheinen.

Sternschnuppen-Regen
Sternschnuppen-Regen

Ursache dieses Meteorschauers sind die Bruchstücke des kleinen Asteroids Phaeton, denen die Erde jedes Jahr in Dezember auf ihrer Bahn begegnet. Normalerweise bringen uns die Geminiden viele besonders helle Meteore. In diesem Jahr allerdings fällt ihr Höhepunkt mit dem Vollmond zusammen – viele der weniger hellen Sternschnuppen werden daher vom Mondlicht überstrahlt.

Wen es nach genaueren Himmelsbeobachtungen dürstet erhält mit der nachfolgenden Online-Version der Sternenkarte von AstroViewer ein tolles Werkzeug.

aktueller Sternenhimmel über Zürich
Aktueller Sternenhimmel über Zürich

Sternenkarte von AstroViewer®

Viel Spass beim Beobachten unseres imposanten Nachthimmels, wo dies noch möglich ist!

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