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  | 06.09.2016

Der grösste See der Welt teilt Europa von Asien

Der grösste See der Welt ist so gross und salzig, dass er als Meer bezeichnet wird. Er bedeckt zur Zeit eine Fläche von 386’400 qkm und ist Teil der Grenze Europa – Asien und zerteilt Eurasien so in zwei Kontinente (zum Grenzverlauf der ineinander übergehenden Erdteile siehe innereurasische Grenze).

Kaspisches Meer Kaspisches Meer: Anrainerstaaten

 v.l.n.r.: Das Kaspische Meer: Satellitenaufnahme NASA’s visible Earth; Anrainerstaaten; © Creative Commons

Das Kaspische Meer liegt in einer etwa 30 m unter dem Meeresspiegel liegenden, natürlichen Senke, die an der tiefsten Stelle 1023 m beträgt. Die Kaspische Senke im Norden, die Kasachensteppe im Nordosten, das Tiefland von Turan im Osten, der Elburs im Süden und der Kaukasus im Westen grenzen an seine Ufer.

Geologische Entwicklung

Das Kaspische Meer ist wie das Schwarze Meer und der Aralsee ein Rest der Paratethys. Es ist ein Binnenmeer, das sich im Oligozän und Neogen von Westeuropa bis nach Zentralasien erstreckte. Gegen Ende des Miozäns bildete sich eine Schwelle zum Schwarzen Meer und trennte diese.

Paläogeografische Karte der Paratethys
Die Ausdehnung der Paratethys im Mittleren Miozän

Im Pliozän kam es zu einer Serie starker Wasserstandsschwankungen, weshalb die Wasserfläche stark variierte. Bei niedrigem Wasserstand schrumpfte das Kaspische Meer auf einen See im Süden, in Zeiten hohen Wasserstandes kam es zu Wiedervereinigungen mit dem Schwarzen Meer. Das letzte Mal geschah dies als die Eismassen der sibirischen Gletscher abtauten und die Manytsch-Niederung geflutet wurde. In Richtung Osten entstand in der Aralo-Kaspischen Niederung eine Verbindung zum Aralsee.

Eine direkte Verbindung zum Ozean bestand nie, da das Schwarze Meer zum Zeitpunkt seiner Verbindung mit dem Kaspischen Meer vom Mittelmeer getrennt war.

Fünf Staaten streiten sich heute ums Kaspische Meer

An das Kaspische Meer grenzen seit 1991, als  die neuen unabhängigen Staaten Aserbaidschan, Kasachstan, Russland und Turkmenistan aus der Sowjetunion entstanden, mit einem Mal nicht mehr zwei, sondern fünf Staaten. Seit dem politischen Umbruch und der staatlichen Neugliederung des Ufergebietes ist der völkerrechtliche Status des Kaspischen Meeres ungeklärt. Bis heute konnte man sich nicht darauf einigen, wie der Meeresboden und die Wasseroberfläche aufgeteilt werden sollen.

Das hat seinen Grund: unter dem Wasserspiegel liegen nämlich mehr als 7 % bis 15 % der Erdöl- und 6 % bis 15 % der Erdgasvorräte der Welt. Nach dem Mittleren Osten und Lateinamerika ist das Kaspische Becken damit die Region mit den drittgrössten Energieressourcen der Erde.

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