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  | 16.02.2017

Historisches und Skurriles zur Radioaktivität (Teil 2)

Auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde und wird radioaktives Material in Gebrauchsartikeln wie Rauchmeldern, Taschenlampen oder zur Sterilisierung von Gewürzen eingesetzt. Lesen Sie mehr dazu im Blogbeitrag.

Rauchmelder

Früher wurden Rauchmelder auch mit radioaktiven Substanzen betrieben. In einer kleinen Messzelle wird die Luft mit einer Strahlenquelle bestrahlt. Das radioaktive Material im Brandmelder ionisiert die Luftteilchen und führt zu einem erhöhen der elektrischen Leitfähigkeit. In der Messzelle wird die Leitfähigkeit der Luft mit Hilfe von zwei Elektroden gemessen. Dringt Rauch in die Zelle ein, verbinden sich die geladenen Luftteilchen mit den Russpartikeln und reduzieren die Leitfähigkeit. Der Rauchmelder registriert dies und schlägt Alarm.

Rauchmelder
Rauchmelder der älteren Generation enthalten radioaktive Stoffe (hier Americium-241) in der Messzelle (Bild: Nagra).

Taschenlampen ohne Strom

Tritiumgaslichtquellen werden als Leuchtmittel unter anderem in Schlüsselanhängern oder Taschenlampen eingesetzt. Das in einer Ampulle enthaltene Tritium (radioaktives Isotop von Wasserstoff) bringt mit der ausgesendeten Strahlung eine Beschichtung an der Innenwand der Ampulle zum Leuchten. Dabei entsteht ein konstantes schwaches Licht. Die Ampulle dient auch zum Abschirmen der Strahlung. Dieses Prinzip kann auch als Leuchtquelle in Armbanduhren zur Anwendung kommen. Tritiumgaslichtquellen werden heute noch produziert und verwendet. Die Leuchtkraft nimmt nach 12 Jahren um die Hälfte ab.

Tritiumgaslichtquelle
Tritiumgaslichtquellen verlieren erst nach mehr als 12 Jahren die Hälfte ihrer Leuchtkraft (Bild: Nagra).

Den Keimen auf den Leib rücken

Auch in der Industrie werden radioaktive Stoffe verwendet. Eine wichtige und verbreitete Anwendung ist das Sterilisieren von medizinischem Material. Gegenstände wie Einmal-Skalpelle werden mit einer hohen Strahlendosis sterilisiert und so keimfrei gemacht. In der Lebensmittelbranche werden in einigen Ländern Keime in Nahrungsmittel wie Gewürzen durch ionisierende Strahlung abgetötet, um die Lebensmittel haltbarer zu machen.

Skalpell
Das Skalpell wurde mit Gamma-Strahlung sterilisiert (Bild: Schreiber GmbH, Fridingen).

 


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