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  | 13.09.2016

Salzig oder süss!

An den Mündungen vieler Flüsse ins Meer finden sich Lagunen, die nur durch Sandbarren vom Meer getrennt sind. Berühmte Beispiele sind die Lagunenlandschaft von Venedig, das Nildelta, der Mississippi, das Stettiner Haff, die Weihnachtsinseln und viele andere. Lagunen entstehen an Flachküsten durch eine lang gestreckte Landzunge (Nehrung) oder eine Reihe Inseln. Das Wasser kann salzig oder süss sein und wechselt oft im Laufe der Zeit. Sie können über Monate, Jahre oder Jahrhunderte ausschliesslich mit dem Fluss in Verbindung stehen oder, wenn ein Einbruch im Sanddamm erfolgt, bleiben sie lange Zeit hindurch mit Meereswasser gefüllt.

Karte des Nildeltas um 1930 Lagoon-of-venice-landsat Kiritimati Lagunen süss und salzig

v.l.n.r.: Karte des Nildeltas um 1930; Lagunenlandschaft von Venedig; Kiritimati vormals Christmas Island mit süssen und salzigen Lagunen

Jeder Wellenschlag erfasst Sandkörnchen und verfrachtet sie.

Voraussetzung ist, dass die Wellen, der Windrichtung folgend, schräg auf den Strand auflaufen und danach senkrecht abfliessen. Die Sandkörner werden so mit jeder Welle ein Stück der Küste entlang weitertransportiert.

Nehrung © wissenmedia Lagune von Venedig, die durch eine Nehrung vom Meer abgeschlossen ist, Satellitenaufnahme

v.l.n.r.: Die Entstehung einer Nehrung; Satellitenaufnahme der Lagune von Venedig, die durch eine Nehrung vom Meer abgeschlossen ist.

Die Sandverdriftung gleicht Unregelmässigkeiten der Küstenlinie aus. Küstenparallele Strömungen setzen den Sand an Buchten oder Küstenvorsprüngen in Form von Haken ab. Staffelförmig aneinandergereihte Haken erreichen oft das gegenüberliegende Ufer einer Bucht und so wird aus dem Haken eine Nehrung und aus der offenen Bucht eine Lagune oder Haff. Eine Nehrung ist also eine schmale Landzunge, die durch Strandversetzung aufgebaut wird.

Verschliesst die Nehrung das Haff vollständig, so ist die Küstenlinie ausgeglichen. Aus dem Haff wird ein Strandsee mit starker Verlandungstendenz. Die Küstenform bezeichnet man alsdann als Ausgleichsküste.

Mündet ein Fluss in einen See, wie zum Beispiel die Maggia in den Lago Maggiore bei Locarno, so kann sich auch hier ein Mündungsdelta ausbilden.

Falschfarben-Satellitenaufnahme des Lena-Deltas  Das Maggiadelta

Links: Falschfarben Satellitenaufnahme eines Mündungsdeltas; rechts: Maggiadelta

Eine Herbstwanderung an diesen schönen Ort ist allemal empfehlenswert.

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