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  | 13.10.2015

Palaboras Minen inmitten eines Biosphärenreservats

Der Minenkomplex

phalaborwa-map  Phalaborwa_foto

Links: Phalaborwa aus der Luft , Google Maps; Rechts: Phalaborwa Stadt, mit den Syenit Kopjes und Minen am Horizont, Google Maps

Karte des Phalaborwa Karbonatits        Kruger to Canyons Biosphärenreservat, RSA

Links: Karbonatit-Komplex; Rechts: Phalaborwa inmitten des Biosphärenreservats Kruger to Canyons

Einst war es ein Hügel, genannt Loole Kop, heute befindet sich dort eine der bedeutendsten Minen Südafrikas. Das geologische Alter reicht 2 Milliarden Jahre zurück, die menschlichen Aktivitäten gerade mal hochgerechnet 3000. Es wurde seit jeher mit Kupfer gehandelt, wofür Phalaborwa nebst Apatit steht, dies auch heute noch.

1934 begann man Apatit abzubauen. Apatit ist, wie wir wissen, der Phosphatlieferant  für die Düngemittelindustrie und einer von drei wachstumsbestimmenden Faktoren im Planzenbau.

Weil Phalaborwa für die damalige Zeit so abgelegen war, wurde der Abbau jedoch wieder eingestellt. Erst mit der Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens der Giganten Rio Tinto Zinc und Newmont Mining unter Gründung der Palabora Minen Gesellschaft, startete 1956 eines der grössten Tagebau Minen der Welt.

Geologie

Der Phalaborwa Komplex besteht aus einem ultrabasischen Gesteinskomplex in dessen Zentrum der Karbonatit lagert, siehe mittlere Abbildung. Darum herum sind weitläufig Syenit Hügel bzw. Kopjes gestreut. Der Ultrabasit besteht überwiegend aus Phlogopit– und Apatitreichem Pyroxenit. Sukzessive intrudierten differenziertere Schmelzen, aus denen Phoscorit und Olivin-Magnetit-Phlogopit Gesteine auskristallisierten. Das Ende des ultrabasischen Zyklus bildete der Sövit, ein Karbonatit, der aus fast reinem Kalzit besteht. Seine Zusammensetzung und damit auch sein Abbaupotential besteht im Weiteren aus  Magnetit, Dolomit, Apatit, Chalcopyrit, Bornit und Uraninit-Thorianit mit kleinen Mengen Platin.

Der Phoscorit wird für die Phosphatgewinnung abgebaut, der Sövit für Kupfer, Uran, Zirkon und wenig Platin.

Biosphärenreservat

Die Nähe zum Krugerpark, eines der grössten Parks in Afrika, zeigen folgende Hinweisschilder in der Stadt Phalaborwa: „Beware of the Hippos“ ! Die Flusspferde kommen vor allem in den Wintermonaten in die Stadt, verwüsten Gärten, zertreten Gartenzäune und tauchen urplötzlich auf der Strasse auf. Und weil, wie so oft, Minen in den schönsten Landschaften liegen, liegt Phalaborwa heute im von der UNESCO 2001 geschaffenen Biosphärenreservat „Kruger to Canyon„. UNESCO Biosphärenreservate sind international repräsentative Modellregionen, die für eine nachhaltige Entwicklung und den Erhalt von Lebensräumen stehen. Sie sollen die Interessen von Umweltschutz und Wirtschaft in Einklang bringen und dadurch das Zusammenleben von Mensch und Natur ermöglichen. Die Natur wird hier also nicht vor dem Menschen geschützt, sondern für und mit dem Menschen erhalten. Dies ist einer der Gründe der grundlegend positiven Einstellung zum Beispiel eindringenden Flusspferden gegenüber. Könnte dies nicht als Modell für die bei uns geführte Diskussion genommen werden, dass ein Zusammenleben mit Wolf, Bär und Luchs zumutbar ist? – Schöne Woche!

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