logo
nagra-blog
  | 18.09.2015

Der Mann für alle Fragen

Seit dem 31. August ist ein Team von sechs Personen im Gebiet Jura Ost unterwegs und informiert jeden betroffenen Grundeigentümer und Pächter über die kommenden seismischen Messungen. Michael Sonderegger koordiniert alle Anfragen seitens der Bevölkerung.

Was ist genau Deine Aufgabe während der Seismikkampagne?

Ich koordiniere als „Chef-Permitting“ sämtliche Arbeiten und Anfragen, die mit dem so genannten Permitting – also der Information von Grundstückseigentümern  und Pächtern – zu tun haben. Das heisst, dass alle Anfragen und Anliegen seitens der betroffenen Bevölkerung zu mir kommen. Darunter fallen zum Beispiel Anrufe über die Hotline sowie Anfragen via E–Mail und per Post (siehe unten). Auch um Anfragen, die direkt an die Nagra gehen, kümmere ich mich. Mögliche Aufgaben oder Arbeitsanweisungen, die sich daraus ergeben, leite ich an die Projektverantwortlichen bei der Nagra oder eben an das Team im Feld weiter.

Mit wie vielen Anfragen rechnest Du?

Derzeit ist es noch vergleichsweise ruhig auf der Hotline. Ich erwarte aber eine deutliche Zunahme der Telefonanrufe, sobald die Messarbeiten beginnen und die Kampagne auch im Feld sichtbar wird. Dann braucht es eine schnelle Reaktion, um die Anliegen aus der Bevölkerung und den Betroffenen möglichst zeitnah bearbeiten zu können.

Viele Anrufer wünschen einfach nur zusätzliche Informationen. Manchmal melden sich aber auch Personen, die aufgrund von bevorstehenden privaten oder landwirtschaftlichen Tätigkeiten auf ihrem Grundstück ein konkretes Anliegen in Bezug auf die ausgelegten Messkabel und Messgeräte haben. Dies ist nicht ungewöhnlich, denn die gesamte Ausrüstung wird etwa drei bis vier Wochen im Feld bleiben. Gerade Bauern können aber nicht vier Wochen im Voraus sagen, wann sie wo genau arbeiten müssen. Die ausgelegten Kabel und Geofone könnten ihnen während dieser Zeit zumindest stellenweise im Weg sein, obwohl diese in der Regel problemlos von Fahrzeugen überfahren werden können. Dafür haben wir natürlich Verständnis. Wir versuchen alle Anliegen so gut wie möglich zu berücksichtigen und umzusetzen.

Du hast ja schon Erfahrungen im Geothermie-Projekt der Stadt St. Gallen gesammelt ….

Ja, das stimmt. Der Ablauf bei beiden Messkampagnen ist absolut vergleichbar. Dies ist auch der Grund, warum ich hier bin. Die Erfahrungen, die ich bereits in St. Gallen gesammelt habe, kann ich hier 1 zu 1 anwenden. Es wurden in den letzten 20 Jahren übrigens nur zweimal in der Schweiz umfassende 3D-Seismik-Messkampagnen durchgeführt und das waren jene in St. Gallen 2010 und im Zürcher Weinland 1996/97.

Haben die Vibrationen irgendwelchen Einfluss auf Gebäude?

Grundsätzlich sind die Schwingungen durch die Vibrationsfahrzeuge im direkten Umfeld wahrnehmbar. Der Einfluss auf die Umwelt ist jedoch gering. Trotzdem halten wir zu sensiblen Gebäuden entsprechende Sicherheitsabstände ein. Zusätzlich überwacht eine spezielle Messgruppe die Schwingungen an Gebäuden. Damit können wir sicherstellen, dass die geltenden Normwerte eingehalten werden.

Themenverwandter Artikel: nagra-blog.ch

Bei Fragen rund um die seismischen Messungen wenden Sie sich bitte an:

Gratis-Hotline (0800 437 333) oder an seismik@nagra.ch.

Ihre Meinung

Beachten Sie bitte unsere Kommentarrichtlinien.

Der Kommentar darf maximal 500 Zeichen beinhalten.