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  | 14.04.2015

Wenn ein Fluss untertaucht!

In trockenen Monaten gehört das Bild der wasserlosen Töss in Bauma zum Alltag. «Als Kinder spielten wir immer im trockenen Bett des Flusses», weiss Marianne Heimgartner, Gemeindepräsidentin von Bauma zu berichten. Man hat diese Gelegenheiten geschätzt, denn die normal hohe Fliessgeschwindigkeit hat es für Kinder unmöglich gemacht, sich in der Töss zu vergnügen. Der Grund dafür liegt weder in der Klimaerwärmung noch in einer Übernutzung des Grundwassers. Es ist ein natürliches Phänomen wie langjährige Messungen zeigen.

Ausgetrocknete Töss      Tössversickerung

Links: das ausgetrocknete Flussbett der Töss im oberen Tösstal, Foto: Keystone, Steffen Schmidt / Rechts: die Töss und ihr Grundwasserstrom, Grafik: AWEL, Kt. Zürich

Der kiesige Untergrund des Flussbetts lässt das Wasser bei längerer Trockenperiode permanent versickern und speist so den Grundwasserlauf im Tösstal. Dabei sind bestimmte Abschnitte der Töss von diesem Phänomen mehr betroffen als andere, wie die obere Grafik zeigt. Westlich von Turbenthal etwa sind die natürlichen Begebenheiten so, dass dieser Abschnitt immer Wasser führt. Im mittleren Teil der Töss, zwischen Wila und Saland sind die Schwankungen grösser – gut acht Meter kann der Grundwasserspiegel variieren. Das führt zu einer teilweisen Austrocknung des Flussbetts. In der Region um Bauma zeigt sich das Phänomen noch stärker, untere Grafik: hier ist das Tal am steilsten und der Grundwasserspiegel verändert sich bis zu 25 Metern.

toessversickerung_steg Grafik: AWEL, Kt. Zürich

Sollte die Schönwetterphase weiter anhalten, wird das Phänomen bald zu beobachten sein.

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