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  | 20.01.2015

Tabus der Wissenschaft

Die spannende fünfteilige Channel 4 Dokumentarserie Catastrophe oder Katastrophen der Erde nimmt die Zuschauer mit auf eine Zeitreise von der Geburt unseres Planeten vor 4,5 Milliarden Jahren bis in die Gegenwart.

catastrophe

Die Entwicklung der wissenschaftlichen Geologie im 18. und 19. Jahrhundert vollzog sich in einer Reihe von, teilweise äußerst heftigen, wissenschaftlichen Kontroversen. Eine Kontroverse bestand zwischen Neptunisten, den Vertretern der Sedimentationstheorie und Plutonisten, den Verfechtern magmatischer und vulkanischer Gesteinsbildungsprozesse, ein Paar also wie Feuer und Wasser.

Als sich die Enden der beiden Ansätze zu finden begannen, entbrannte eine heftige und lang anhaltende Auseinandersetzung zur Frage, ist die Welt ewig aktuell oder haben wir ein Universum der Katastrophen?

Als Hauptvertreter der Kataklysmentheorie gilt Georges de Cuvier (1769–1832), der aus dem Studium der Leitfossilien schloss, dass im Laufe der Erdgeschichte riesige Umwälzungen stattgefunden haben müssen, die in bestimmten Gebieten alle Lebewesen ausgelöscht hätten. Die biblische Sintflut war nur die allerletzte dieser Katastrophen.

Der Aktualismus wurde von Sir Charles Lyell (1797–1875), basierend auf den Ideen von James Hutton (1726-1797) entwickelt. Sein Hauptwerk Principles of Geology erschien 1830 und blieb bis tief ins 20. Jahrhundert ein wichtiges Standardwerk der Geologie. Der Leitgedanke war „Die Gegenwart ist der Schlüssel zur Vergangenheit“Die Veränderungen im Fossilbestand erklärte Lyell durch ständige, langsame Hebungen und Senkungen der Erdkruste. Schichtgrenzen an denen sich die Lebewesen anscheinend sprunghaft veränderten, wurden als Zeitperioden verstanden, in denen sich auf den herausgehobenen Festländern keine Sedimente ablagerten.

Vertretern der Katastrophentheorie wurde lange Zeit die wissenschaftliche Ernsthaftigkeit abgesprochen. In den letzten Jahrzehnten hat sich diese Meinung langsam verflüchtigt und kataklysmische Ereignisse der Erdgeschichte erfahren die gebührende Aufmerksamkeit.

Einschläge großer Himmelskörper, Ausbrüche von Supervulkanen, Globale Eiszeiten, Explosion einer nahen Supernova sind Themen der Katastrophentheorie und werden in der 5-teiligen Doku-Serie sehr eindrücklich behandelt.

Links
Georges de Cuvier, 1769–1832
Charles Lyell, 1797–1875
James Hutton, 1726-1797

Die fünf Episoden werden am 29. Januar auf ZDF ausgestrahlt.
>>Sendungstermine im ZDF       >>Sendungen auf YouTube      >>Die fünfteilige Serie auf Englisch

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